Katholische Kirchengemeinde
„St. Martinus“
A B E N D E N

 

 
Aquarell „Unser Kirchlein“
von Pfarrer Dr. Christoph Henkel († 2002)


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eller Pfarrbrief der Kirchengemeinde Abenden <<<

 

Liebe Mitglieder unserer Pfarrgemeinde,
liebe Interessierte und Freunde,

 

im 16. Jh. ist eine Kirche in Abenden nachgewiesen; sie war Kapelle unter der Pfarre Berg vor Nideggen. Dieser Bau befand sich in der Dorfmitte.
Ein Sandsteinkreuz erinnert heute noch an den Standort dieser Kapelle. 

 
 

 

Sandsteinkreuz in der Dorfmitte.  

 

Die Kapelle war dem Hl. Martin von Tours geweiht. Sankt Martin war der erste Heilige in der lateinischen Kirche, der nicht als Märtyrer starb. Die Martinsgans erinnert an die Legende, nach der sich der Heilige in einem Gänsestall versteckt haben soll, um seiner Wahl als Bischof zu entgehen. Die schnatternden Tiere verrieten ihn jedoch.    

Mit Schreiben vom 12.03.1864 wurden Plan und Kostenanschlag dem Erzbischöflichen Generalvikariat zu Köln vorgelegt und von diesem wurde am 17.03.1864 der Bau der neuen Kirche an dieser Stelle genehmigt. 

Baubeginn war der 23.06.1864 (siehe Grundstein). Bereits am 18.10.1865 bat die Gemeinde um Einweihung der neuen Kapelle; Genehmigung wurde am 21.10.1865 erteilt. Auch diese Kirche ist dem Hl. Martinus geweiht. Die Kirche liegt an des Dorfes höchster Schwelle, nämlich 10 m höher als der Dorfplatz.  

 

An des Dorfes höchster Schwelle,

wo die alten Linden stehn,

ruft das Glöcklein zur Kapelle,

fromme Beter seh’ ich gehn.

Von hier auch tönet Glockenklang

allen einst zum letzten Gang.

  (Auszug aus dem Heimatlied von Lehrer Josef Saurbier+ )

  

Einweihung am Sonntag, 12.11.1865, zum Tag des Pfarrpatrons. Die Kapelle ist ein dreischiffiger Bruchsteinbau im neugotischen Stil mit Chor aus den fünf Seiten eines Achtecks.

Bereits 1868 konnte der Nachweis über Taufstein und Friedhof geführt werden, erlaubt wurden dann Taufe und Beerdigung – vorher war das Spenden der Sakramente nur in der Pfarrkirche in Nideggen erlaubt.
 

Der geschnitzte Hochaltar mit Retabel wurde von dem Aachener Bildhauer Hermanns angefertigt und  im Jahre 1876 fertig gestellt.
Dieser Altar wurde aus freiwilligen Beiträgen der Gemeinde Abenden finanziert.                                                

Das Kruzifix aus Eichenholz – in der Mitte über dem Altar - stammt aus dem 18. Jh. und lässt vermuten, dass dieses Kreuz (Corpus) noch aus der alten Kapelle stammt.
In der Organisation des ersten Bistums Aachen 1804 ist Abenden unter der Pfarre Nideggen aufgeführt und seitdem ihr unterstellt.

1871
Bau einer Sakristei. In den Jahren 1921-25 wurde die Kirche unter Kaplan Winzen umfangreich restauriert. Unter anderem wurde auch die Sakristei erweitert.  

1923 wurden die Fenster, von der Fa. Wilh. Sonanini, Düren,  hergestellt und geliefert. Typisch für diese Zeit ist die Verwendung von Symbolen, die entsprechend der Hierarchie des Kirchenraumes eingesetzt wurden.
Im Schiff sind die Fenster mit einem Kreuzsymbol geschmückt – monumental nimmt es die ganze Fensterfläche ein. Im Chorraum steigert sich die Bedeutung der Symbole zum mittleren Chorfenster hin,
das im Kreuz auf Christus Bezug nimmt. Es folgen:  Siegesfahne und Hand mit Siegeszeichen als Symbol für die Auferstehung Christi und Hinweis  auf das ewige Leben.
Im Fenster gegenüber sind Kelch, Ähren und Trauben typische Zeichen für Christus und seinen Opfertod.
(Stift. Forschungsstelle Glasmalerei d. 20. Jh. e.V Mönchengladbach 2008) 

1924 wurden die beiden Glocken in der Bochumer Gießerei gegossen.
Nach dem 2. Weltkrieg waren erhebliche Restaurierungsarbeiten erforderlich. Diese umfangreichen Reparaturarbeiten wurden durch großzügige finanzielle Spenden aus der Bevölkerung
möglich u.a. die Reparatur der 9 Kirchenfenster. 1951/52 wurden die Kreuzwegbilder komplett von der Bevölkerung gestiftet. 

Ab 1968 wurde der komplette Innenraum der Kirche umgestaltet (infolge des II. Vatikan. Konzils).
In dieser Zeit des Umbruchs wurde die Kommunionbank, die barocke Kanzel aus dem Jahre 1633 abgebaut und in das
Magazin des Bistums Aachen übertragen.

2004 wurde der gesamte Westgiebel mit Turm des Kirchengebäudes aus eigenen Mitteln saniert.  

Altarweihe am 27.05.2012 durch Weihbischof Karl Reger

Seit der Liturgiereform ist so manches in unserer Kirche verändert worden, damit mehr „MIT“ der Gemeinde gefeiert werden kann. Schluss-Steine,
wörtlich genommen, waren nun Ambo und Altar, zueinander passend und aus heimischem Sandstein gefertigt.  

Anlässlich der Altarweihe erklärte Weihbischof Karl Reger während des Gottesdienstes, dass für uns Christen der Altar das Symbol für Christus den Gesalbten ist.
Er ist gleichsam Nahtstelle und Brücke zwischen Himmel und Erde, zwischen Gott und den Menschen.
 

Am 29.06.2014 feierte die Gemeinde  „150 Jahre Grundsteinlegung“. Ein Modell der Kirche in Miniaturausführung wurde in einer Prozession vom Standort der alten Kapelle in der Dorfmitte zum heutigen Standort getragen. Die Jubiläumsfeier wurde  von Pfarrer Kurt Josef Wecker begleitet, der auch den Festgottesdienst zelebrierte.      

Gemäß Schreiben vom 22.06.2011 der Stabstelle Recht des Bischöflichen Generalvikariates Aachen, Az. 0.0.4 De/Re handelt es sich  bei um eine Kirche, zu dem die Gläubigen das Recht des Zutritts haben, um den göttlichen Kult vor allem öffentlich zu vollziehen.

 



Teilansicht der Kanzel von 1633.



Bis 1950
wurde Abenden von einem Vikar/Kaplan betreut, der auch hier im  Vikariats-/Rektoratsgebäude eine Wohnung hatte (heute Haus Hatterscheid) unterhalb der Kirche. 

Ab 1950 übernahmen die Patres von Mariawald die priesterliche Betreuung des Ortes

Von 1968 – 1969 Pfarrer Offergeld.

Ab 1969/1970 – 2001 Pfarrer Dr. Christoph Henkel +

2006 – 2012 Pfarrer Heinz-Josef Biste

Okt. 2013 – März 2014 Pfarrer Stefan Kaiser+
 

Quellennachweis:
1. Protokollbücher des Kirchenvorstandes Abenden
2. Kunstdenkmäler des Kreis Düren – Paul Clemen
3. Bischöfliches Diözesanarchiv Aachen
4. Stiftung Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh.  e.V. in Mönchengladbach


 

 

St. Martinus, unser Pfarrpatron.

 

Information:

Hundsleyweg 43

52385 Nideggen – Abenden

Tel.: 0 24 27 / 62 44